„Standort-Abriss auf Raten“ – Essen droht der Verlust seiner industriellen Substanz
Die angekündigte Schließung der Glashütte von Verallia in Essen-Karnap ist aus Sicht der AfD Ratsfraktion kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer grundsätzlichen Fehlentwicklung in der deutschen Energie- und Industriepolitik. „Was wir hier erleben, ist ein Standort-Abriss auf Raten. Immer mehr energieintensive Betriebe geraten unter Druck oder geben auf. Das ist kein Zufall, sondern politisch verursacht.“ Gerade die Glasindustrie ist dauerhaft auf stabile und bezahlbare Energie angewiesen.
Produktionsprozesse laufen rund um die Uhr, die Anlagen können nicht einfach heruntergefahren werden. Steigende Energiepreise und zusätzliche Belastungen durch die CO2-Bepreisung verschärfen die Lage dramatisch – mit unmittelbaren Folgen für Arbeitsplätze, Investitionen und Zukunftsperspektiven. Doch die Probleme reichen weit über diesen einen Standort hinaus. Auch bei TRIMET werden seit Monaten massive Schwierigkeiten und ein enormer Kostendruck in energieintensiven Produktionsprozessen diskutiert – Arbeitsplatzverluste stehen im Raum.
Selbst der Essener Chemiekonzern Evonik – hervorgegangen unter anderem aus dem traditionsreichen Goldschmidtwerk – meldet Verluste und kündigt Stellenabbau an. „Wenn Glashütte, Aluminium und Chemie gleichzeitig wackeln, dann reden wir nicht mehr über Einzelfälle – dann geraten die industriellen Grundlagen unserer Stadt ins Rutschen. Das ist ein Alarmzeichen für Essen und das ganze Ruhrgebiet.“
Die AfD Ratsfraktion fordert deshalb eine klare Kurskorrektur: „Wir brauchen eine 180-Grad-Wende in der Energiepolitik. Die ideologisch getriebene Verteuerung von Energie muss ein Ende haben. Vor allem die CO2- Bepreisung gehört sofort gestoppt. Solange Energie künstlich verteuert wird, verliert Deutschland Arbeitsplätze, Wertschöpfung und industrielle Substanz.“ Essen ist historisch eine Industriestadt. Der Verlust weiterer Produktionsstandorte träfe nicht nur die Beschäftigten und ihre Familien, sondern auch Zulieferer, Ausbildungsplätze, den Mittelstand und die Stabilität ganzer Stadtteile – insbesondere im Essener Norden. „Noch ist es nicht zu spät. Aber das Zeitfenster schließt sich. Wenn wir jetzt nicht umsteuern, werden wir uns in ein paar Jahren fragen, warum unsere Industrie verschwunden ist.“